Berührung mit Respekt
Das Projekt „Berührung mit Respekt“ wurde von der Schulsozialarbeit der Doris-Leibinger-Schule organisiert. Einen Schultag einmal ganz anders erleben – auf der Yogamatte, mit einer Fantasiereise, einem gemeinsamen Frühstück und einer Kopfmassage. Klingt gut, oder? Genau das durften die Zweitklässler*innen der Doris-Leibinger-Schule genießen. Gemeinsam gingen die Kinder der Frage nach, was Respekt eigentlich bedeutet und in welchen Bereichen wir ihm im Alltag begegnen. Was heißt Respekt gegenüber anderen – in der Klasse oder in den Schulpausen? Diese Fragen fallen den Schüler*innen meist leichter als die Auseinandersetzung mit dem Respekt sich selbst gegenüber, insbesondere gegenüber dem eigenen Körper. Was bedeutet das konkret? Sich selbst etwas Gutes tun, sich bewegen, an die frische Luft gehen, sich gesund ernähren oder freundlich mit sich selbst umgehen – auch wenn einmal etwas nicht gelingt. Die positive Wirkung all dessen wird oft unterschätzt. Ein weiterer Schwerpunkt war das Wahrnehmen eigener Grenzen. Jeder Mensch hat eine individuelle, imaginäre Grenze – vergleichbar mit einem schützenden „Burggraben“. Werden diese Grenzen verletzt, fühlen wir uns unwohl oder gekränkt. In einer Übung konnten die Kinder erspüren, wo ihre persönlichen Grenzen liegen. Mithilfe einer „Landkarte des Körpers“ wurden unterschiedliche Grenzbereiche erkundet und gemeinsam besprochen. Anschließend probierten die Schüler*innen verschiedenes Massage-Equipment aus. Manche bevorzugten ganz sanfte Berührungen, etwa mit einer Feder oder einem Wattebausch, andere mochten stärkere Reize wie eine Klangschale oder eine Bürste. Dabei wurde deutlich: Jeder Mensch empfindet Berührung anders – und genau das ist vollkommen in Ordnung. Gemeinsam lernten die Kinder einfache Kopf- und Rückenmassagen und durften diese behutsam an ihren Klassenkamerad*innen ausprobieren. Die entspannende Wirkung war sofort sichtbar. Ein zentraler Bestandteil des Projekts war es, herauszufinden, welche Berührungen angenehm sind und welche nicht. Dabei galt eine wichtige Regel: Ein klares „Nein“ muss akzeptiert werden. Die Schüler*innen lernten, ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen und die der anderen zu respektieren. Unter Anleitung konnten sich die Kinder durch die gegenseitigen Kopf- und Rückenmassagen gut entspannen und gleichzeitig wertvolle Erfahrungen im achtsamen Umgang miteinander sammeln.